Stromversorgung / USV
Vertiv-USV: Alarme, Stromausfall, Batterien, Standort und Überwachung
11 Fragen
Die USV piept oder zeigt einen Alarm – was bedeutet das?
Ziehen Sie keine Geräte von der USV ab und schalten Sie sie nicht aus. Das Piepmuster verrät meist schon die Ursache – bei Vertiv-Geräten (z. B. Liebert PSI5, ähnlich bei GXT5) gilt:
kurzer Ton alle 10 Sekunden: Stromausfall, die USV läuft auf Batterie
zwei kurze Töne alle 5 Sekunden: Batterie fast leer – Geräte werden bald ausgehen
schnelles Piepen jede halbe Sekunde: Überlast, zu viele oder zu starke Geräte angeschlossen
2 Sekunden Ton alle 2 Minuten: Batterie muss ersetzt werden
Dauerton: Fehler der USV, Batterie nicht verfügbar oder Problem mit der Erdung
Den Ton schalten Sie am Display mit einer Pfeiltaste und «Enter» stumm – die Ursache bleibt aber bestehen. Melden Sie die Störung mit einem Foto vom Display bzw. den leuchtenden Anzeigen.
Was tun bei einem Stromausfall?
Ruhe bewahren – die USV übernimmt automatisch und ohne Unterbruch.
Offene Arbeiten speichern; nicht benötigte Geräte an der USV ausschalten, damit die Batterie länger reicht.
Die USV nicht ausschalten und keine weiteren Geräte anschliessen.
Ist eine Netzwerkkarte bzw. Abschalt-Software eingerichtet, fahren Server kontrolliert herunter, bevor die Batterie leer ist.
Kommt der Strom zurück, schaltet die USV selbständig wieder auf Netzbetrieb und lädt die Batterie nach – das dauert einige Stunden. Starten danach Telefonanlage, Server oder Netzwerk nicht wieder richtig, melden Sie die Störung.
Wie lange überbrückt die USV einen Stromausfall?
Das hängt vor allem davon ab, wie viel Leistung die angeschlossenen Geräte ziehen, und vom Zustand der Batterie. Typisch sind einige Minuten bis gut eine halbe Stunde.
Eine USV ist dafür gedacht, kurze Ausfälle zu überbrücken und Systeme bei längeren Ausfällen sauber herunterzufahren – nicht für stundenlangen Betrieb.
Die aktuelle Last in Prozent und die geschätzte Restlaufzeit zeigt das Display der USV.
Mit zunehmendem Alter der Batterie wird die Laufzeit kürzer.
Viele Vertiv-Modelle lassen sich mit externen Batteriemodulen verlängern.
Brauchen Sie mehr Laufzeit, beraten wir Sie gerne.
Welche Geräte gehören an die USV – und welche nicht?
An die USV gehören:
Telefonanlage, Router/Firewall, Switches (auch PoE-Switches für Tischtelefone), Server und NAS
wichtige Arbeitsplätze, an denen bei einem Ausfall noch gespeichert werden muss
Nicht an die USV gehören:
Laserdrucker und Kopierer – sie ziehen beim Aufheizen sehr viel Strom und lösen eine Überlast aus
Heizlüfter, Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Staubsauger und andere Geräte mit Heizung oder Motor
Mehrfachsteckdosen mit weiteren Mehrfachsteckdosen dahinter
Neue Geräte an der USV bitte erst nach Rücksprache anschliessen, damit Leistung und Laufzeit weiterhin reichen.
Die USV meldet «Überlast» (Overload).
Die angeschlossenen Geräte brauchen mehr Leistung, als die USV liefern kann. Bei andauernder Überlast schaltet die USV auf Bypass – die Geräte sind dann nicht mehr geschützt.
Prüfen Sie, ob kürzlich ein Gerät dazugekommen ist, z. B. ein Drucker, Heizlüfter oder eine Mehrfachsteckdose.
Trennen Sie dieses Gerät von der USV und schliessen Sie es an eine normale Steckdose an.
Die aktuelle Last in Prozent sehen Sie im Display; sie sollte deutlich unter 100 % liegen.
Verschwindet die Meldung nicht, melden Sie die Störung mit einem Foto vom Display.
Die USV zeigt «Bypass» oder eine rote Fehleranzeige.
Im Bypass werden die Geräte direkt aus dem Stromnetz versorgt – sie laufen weiter, sind aber bei einem Stromausfall nicht mehr geschützt. Leuchtet die rote Fehleranzeige, hat die USV selbst einen Fehler erkannt.
USV nicht aus- und wieder einschalten und keine Geräte umstecken.
Fotografieren Sie das Display bzw. die Anzeigen.
Melden Sie die Störung mit der Dringlichkeit «Hoch» – fällt in dieser Zeit der Strom aus, gehen die angeschlossenen Systeme sofort aus.
Wie lange halten die Batterien einer USV?
Die üblichen Blei-Batterien (VRLA) halten in der Regel 3 bis 5 Jahre. Lithium-Ionen-Batterien, wie sie in neueren Vertiv-Modellen eingesetzt werden, halten deutlich länger. Wie lange genau, hängt stark von den Bedingungen ab:
Temperatur: Ideal sind etwa 20–25 °C. Jede 10 °C mehr halbiert die Lebensdauer ungefähr – eine USV im warmen Technikschrank altert deutlich schneller.
Häufige Stromausfälle und tiefe Entladungen beanspruchen die Batterie zusätzlich.
Ersetzt wird eine Batterie spätestens, wenn sie nur noch rund 80 % ihrer ursprünglichen Kapazität liefert.
«Wartungsfrei» heisst nur, dass nichts nachgefüllt werden muss – geprüft werden sollte die USV trotzdem regelmässig.
Wer tauscht die USV-Batterie und was passiert mit der alten?
Den Batterietausch organisieren wir für Sie – inklusive passender Original-Batterie und fachgerechter Entsorgung.
Bei vielen Vertiv-Modellen lässt sich die Batterie im laufenden Betrieb wechseln, ohne dass die angeschlossenen Geräte ausgehen. Während eines Stromausfalls darf sie aber nie gewechselt werden.
Alte und neue Batterien sollten nicht gemischt werden; es werden immer alle Batterien eines Satzes ersetzt.
Alte Batterien gehören nicht in den Hauskehricht, sondern in die Sonderentsorgung.
Meldet Ihre USV «Batterie ersetzen» oder ist die Batterie älter als etwa 4 Jahre, erfassen Sie einfach eine Meldung – wir planen den Tausch mit Ihnen.
Wo sollte die USV stehen?
Kühl und trocken: ideal sind etwa 20–25 °C. Wärme ist der grösste Feind der Batterie.
Genügend Abstand zu Wänden und anderen Geräten, damit die Lüftung frei bleibt – Lüftungsschlitze nie abdecken.
Nicht in direkter Sonne, neben Heizkörpern oder in einem ungelüfteten, geschlossenen Schrank.
Möglichst staubfrei und so, dass Display und Anzeigen gut ablesbar sind.
Steht die USV in einem warmen Technikraum, lohnt es sich, die Raumtemperatur im Auge zu behalten.
Wie oft sollte eine USV geprüft werden?
Wir empfehlen eine kurze Sichtkontrolle alle 3 bis 6 Monate:
Zeigt das Display Warnungen oder leuchtet eine Fehleranzeige?
Ist die USV ungewöhnlich warm, riecht sie oder macht sie Geräusche?
Ist das Gehäuse aufgebläht oder verfärbt?
Viele Vertiv-USV haben einen eingebauten Batterietest (Menü «Control» → «Battery Test»). Schlägt er fehl, die Batterie 24 Stunden laden lassen und den Test wiederholen. Ist das Ergebnis erneut negativ oder sind Sie unsicher, melden Sie es uns – auf Wunsch übernehmen wir die regelmässige Kontrolle im Rahmen eines Wartungsvertrags.
Kann die USV Alarm per E-Mail senden und Server automatisch herunterfahren?
Ja. Dafür braucht die USV eine Netzwerkverbindung – bei Vertiv über eine Netzwerkkarte (z. B. Vertiv IntelliSlot), bei einigen Modellen ist sie bereits eingebaut.
Bei Stromausfall, schwacher Batterie oder Fehlern verschickt die USV automatisch E-Mails.
Mit Abschalt-Software auf Servern und virtuellen Systemen werden diese rechtzeitig und kontrolliert heruntergefahren, bevor die Batterie leer ist – das schützt vor Datenverlust.
Die USV lässt sich so auch aus der Ferne überwachen, z. B. mit Vertiv Power Insight.
Gerne richten wir das für Sie ein – erfassen Sie dafür einfach eine Meldung im Bereich «Stromversorgung / USV».
Melden Sie die Störung im Portal – wir kümmern uns darum.
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